06.06.2026 –, ZKM Kubus Sprache: Deutsch
Ein Medienkunstmuseum besteht nicht aus Bildern an der Wand, sondern aus Projektoren, Rechnern, Sensoren, Servomotoren, Druckluft, Hochspannung und gelegentlich einer VM mit Windows XP. Vieles davon läuft 24/7 — never touch a running system. Anderes muss jeden Morgen pünktlich hochfahren und abends wieder runter. Wir erzählen, wie wir am ZKM den Alltag eines solchen Hauses am Laufen halten — und warum dabei über die Jahre eine ganze Werkstatt voll eigener Software entstanden ist.
Das ZKM in Karlsruhe ist ein Haus für lebende Medienkunst — Werke aus Code, Hardware, Netzwerken und manchmal aus Druckluft. Projektoren an der Decke, Rechner hinter den Wänden, Windows-XP-VMs für Netzkunst von 2001, eine Jakobsleiter mit Hochspannung, ein Emulator des CM-2-Supercomputers mit einer LED-Wand als Replica.
Niemand verkauft Software für „Steuere Projektoren von fünf Herstellern, davon einer ohne Netzwerkanschluss". Niemand verkauft ein System für „starte ein Kunstwerk, das sich nur per Mausklick auf einen Button starten lässt". Also bauen wir es selbst — fast immer als Antwort auf einen Bedarf aus einer Ausstellung.
Der Talk zeigt, wie das im Alltag aussieht:
Was muss eigentlich gesteuert werden? Strom, Geräte, Rechner, Kioske, Tracking, Besucher — sechs Schichten, jede mit eigenen Protokollen, Macken und Failure-Modes.
Welche Probleme kommen immer wieder? Kunstwerke, die nicht starten wollen. Kunstwerke, die nicht aufhören wollen. Alte Kunst auf neuer Hardware. Schulklassen, die ALLES anfassen. Projektoren, die offline gehen. Ausstellungen, die jahrelang täglich laufen müssen.
Welche Lösungen entstehen daraus? Watchdogs, VMs mit Snapshot-Revert, ESP-Module die alte Fernbedienungen ersetzen, DNS-Filterung gegen Fortnite-Downloads, ein zentrales Kontrollsystem, das alles orchestriert.
Was davon ist Open Source und kann auch anderen Häusern helfen? Einiges. Aus Hacks für einzelne Ausstellungen sind über die Jahre wiederverwendbare Werkzeuge geworden.
Was haben wir auf dem Weg gelernt — über Architektur, über Künstler:innen, über das Publikum, und über Skripte, die „nur kurz" laufen sollten und dann jahrelang in Produktion stehen.
Ein Blick aus der Maschinenraum-Perspektive auf den Alltag der Leute, die dafür sorgen, dass das Museum jeden Tag wieder funktioniert.
Marc arbeitet in der Museumstechnik am ZKM Karlsruhe. Sein Job ist Medienkunst am Laufen zu halten — Projektoren, Sensoren, alte Rechner, neue Kunstwerke, und alles dazwischen. Wenn es dafür keine fertige Software gibt, schreibt er sie selbst.
