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DESCRIPTION:Im selben Gebäude\, in dem die GPN stattfindet\, war 2025 die 
 Ausstellung “Choose Your Filter!” zu sehen. Gezeigt wurden künstleris
 che Webbrowser aus drei Jahrzehnten\, also Software\, die selbst Kunstwerk
  und Anzeigeumgebung in einem ist. Der Ausstellung ging ein mehrjähriges 
 Forschungsprojekt am KIT voraus\, in dem solche Browser als eigenständige
  künstlerische Form untersucht wurden. Sie sind als Remix-Programme inter
 pretierbar\, sie situieren Nutzer*innen und formen mit\, wie das Web durch
  sie hindurch wahrgenommen wird. Browser bestimmen\, was sichtbar wird\, i
 n welcher Geschwindigkeit\, Reihenfolge und Hierarchie. Damit sind sie Fil
 ter im wörtlichen Sinn\, und Gegenstand sozio-politischer\, ökonomischer
  und kultureller Fragen.\n\nWenn solche softwarebasierten Werke überhaupt
  in den Blick genommen werden\, beschränkt sich die Auseinandersetzung im
  akademischen Rahmen üblicherweise auf ihre Dokumentation\, Beschreibung 
 und Kontextualisierung der Arbeiten. Eine Ausstellung\, die den Anspruch h
 egt\, nicht (nur) Relikte zu zeigen\, verlangt mehr: Dort sollen die Arbei
 ten wieder live erfahrbar sein\, also tatsächlich laufen\, in einem Raum\
 , vor Publikum\, über Monate hinweg — ohne Wartung im laufenden Betrieb
  und ohne technisches Personal\, das im Zweifel eingreift. Damit verschieb
 t sich die Aufgabe grundsätzlich hin zu Reparatur und robuste Stabilisier
 ung. Werke\, die für eine bestimmte historische Konfiguration aus Browser
 \, Plugin\, Betriebssystem und Serverlandschaft geschrieben wurden\, müss
 en in einer Gegenwart funktionieren\, in der diese Konfiguration nicht meh
 r existiert\, und sie müssen es selbständig tun: Crashes überstehen\, Z
 ustände zurücksetzen\, mit unterschiedlichsten Besucher*inneninteraktion
  umgehen\, fehlende Server kompensieren — alles ohne Hand am Gerät. Was
  im Forschungsprojekt eine Frage des Verstehens war\, wird im Ausstellungs
 betrieb eine Frage der Rekonstruktion und der autonomen Lauffähigkeit —
  konzeptuell\, technisch und konservatorisch zugleich.\n\nDer Vortrag beri
 chtet aus erster Hand davon\, wie aus einem Forschungsvorhaben eine Ausste
 llung wurde: welche Entscheidungen kuratorisch fallen mussten\, wie einzel
 ne Werke wieder zum Laufen gebracht wurden\, und welche Infrastruktur dabe
 i entstanden ist\, um Netzkunst aus mehreren Jahrzehnten parallel und stab
 il zu betreiben. Wir sprechen aus zwei Perspektiven — kunsthistorisch un
 d museumstechnisch — über dasselbe Problem: was es heißt\, Software\, 
 die selbst Kunstwerk ist\, nicht nur zu beschreiben\, sondern zu zeigen.
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LOCATION:ZKM Vortragssaal
SUMMARY:Choose Your Filter! — Vom Forschungsprojekt zur Ausstellung - Ing
 e Hinterwaldner\, Marc Schütze
URL:https://cfp.gulas.ch/gpn24/talk/JQYNPX/
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