24. Gulaschprogrammiernacht

Wie und warum das Bundesamt für Strahlenschutz flächendeckend Radioaktivität misst
05.06.2026 , ZKM Kubus
Sprache: Deutsch

Kritische Infrastruktur, Notfallschutz, Datenbankenreplikation, embedded Linux, custom hardware, Umweltradioaktivität? Einmal alles bitte! Das Bundesamt für Strahlenschutz betreibt mit über 1700 Messstellen bundesweit ein Messnetz für Ortsdosisleistung. Messdatenbanken redundant an 6 Standorten, Datenaufbereitung für den Notfallschutz. Hier gibts eine ausführliche Vorstellung von Technik, Protokollen und Gerät. Und Quellcode.


Um überhaupt eine Chance zu haben, zeitnah auf radiologische Notfälle zu reagieren, ist es eine sehr gute Idee, Umweltradioaktivität dauerhaft zu messen. Idealerweise prüft man diese Messwerte fortlaufend und speist sie in verständliche und bedienbare Informations- und Prognosesysteme ein.

Nach Strahlenschutzgesetz ist daher die großflächige Ermittlung der Gamma-Ortsdosisleistung Zuständigkeit des Bundes, mitsamt Entwicklung und Festlegung von Probenahme-, Analyse-, Mess- und Berechnungsverfahren zur Ermittlung der Umweltradioaktivität sowie die Durchführung von Vergleichsmessungen und Vergleichsanalysen.

Zunächst sind Umweltmessungen, die die Radioaktivität der natürlichen Radionuklide messen, im Notfall ist das Messnetz gleichzeitig ein Frühwarnsystem.

Die Frage dabei: Wie macht man das? Welche Anforderungen ergeben sich konkret? In diesem Talk gibts den kompletten Querschnitt von der Messung bis zur Übertragung in die Informationssysteme des Bundes und dem internationalen Austausch in der EU und der internationalen Atomenergiebehörde. Erklärung und Einführung insbesondere zu:

  • Messhardware
  • Netzwerkarchitektur und -protokolle
  • Messdaten-Replikation und Redundanzen
  • Datenprüfung und Plausibilisierung
  • Ausblick ins integrierte Mess- und Informationssystem des Bundes
  • öffentliche Schnittstellen und APIs

Wo es sich anbietet mit ein paar kleinen Livedemos.

Und als besonderer Bonus: Quellcode, Quellcode, Quellcode. Das Bundesamt für Strahlenschutz entwickelt unter GPL. Bisher war Sourcecode vom ODL-Messnetz aber nicht veröffentlicht. Das ändert sich jetzt, dieser Talk kommt mit Code-Drop.

Xenia ist Informatikerin und mag Dinge mit Kryptographie, die funktionieren.
Aktuell ist sie für das Bundesamt für Strahlenschutz als technische Sachbearbeiterin tätig, wo sie den Betrieb eines bundesweiten Messnetzes für Radioaktivität in Bodennähe durch Softwareentwicklung und Administration ermöglicht und modernisiert.

Fotocredit: Vanessa Kleinwächter