24. Gulaschprogrammiernacht

Wir bauen uns ein Forschungsnetz - BelWü 2026
04.06.2026 , ZKM Medientheater
Sprache: Deutsch

Wenn ein größeres Netz auf- oder umgebaut wird, kauft man nicht einfach nur ein paar Router und baut die ein. Dieser Vortrag ist ein grober Abriss der letzten 3 Jahre, von der Anforderungsanalyse bis zum Aufbau der ersten Systeme.


BelWü ist der Internetprovider für die Hochschulen in Baden-Württemberg. Von kleinen Landeseinrichtungen mit statischem 1G-Port bis zu großen Universitäten mit BGP und X*100G ist alles dabei. Ein Netz mit über 3000km Dark Fiber muss mit DWDM beleuchtet werden. Der Bandbreitenbedarf steigt und wird im Backbone zukünftig 1.6TBps Verbindungen nötig machen. Die Anfoderungen sind also gemischt und teilweise recht speziell.

Gleichzeitig muss das Netz mit nur einer Hand voll Leuten gebaut und betrieben werden können. Alles muss also simpel und strukturiert sein.

Eine EU-Ausschreibung dauert auch gerne mal ein Jahr. Welche Technik wird in einem Jahr verfügbar und preislich attriktiv sein? Lieber auf der sicheren Seite bleiben? Gleichzeitig sind die Kassen leer, das Netz soll sehr kosteneffizient sein, lange laufen, und auch in Teilen modernisierbar sein.

Wir haben uns am Ende dafür entschieden, das Netz mit Segment-Routing MPLS zu bauen, drei verschiedene Klassen von Routern auszuschreiben (d.h. möglicherweise 3 unterschiedliche Systeme zu bekommen), in der optischen Übertragung möglichst viel auf OpenZR+ zu setzen und ein ansonsten sehr einfaches DWDM-System zu haben.

Inzwischen ist die Ausschreibung bezuschlagt und die ersten Router sind geliefert. An der Config-Automatisierung wird noch geschraubt, aber der Hardware-Rollout startet inzwischen schon. Es scheitert derzeit nur an so weltlichen Problemen, wie Rack Mount Kits, die in den meisten Racks nicht passen...

Sebastian ist Network Engineer beim Landeshochschulnetz BelWü.